5G-Ausbau in Österreich

5GSchnellere Downloads, kürzere Ladezeiten und höhere Kapazitäten – das sind die Vorteile, welche den meisten Interessierten in den Sinn kommen, wenn es um das 5G Netz geht. Seit Anfang Juli 2020 wurde das 5G Netz durch Magenta an 600 Standorten in Österreich aktiviert. Das Ziel ist es, bis zum Jahresende 40 Prozent aller österreichischen Haushalte und Betriebe an 1200 Standorten mit 5G auszustatten. Besonders die Coronakrise hat den Bedarf an Digitalisierung gesteigert. Der 5G-Ausbau soll Österreich der digitalen Zukunft ein Stück näher bringen. Doch was den 5G-Ausbau betrifft, liegt Europa noch weit hinter Asien. Südkorea beispielsweise nahm bereits Anfang 2019 ein flächendeckendes 5G Netz in Betrieb.

Vorteile des 5G Netzes

  • Geschwindigkeit: Mit 5G sind Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 500Mbit/s möglich. Zum Vergleich, 4G ermöglicht Geschwindigkeiten von etwa 300Mbit/s. Die tatsächlich mögliche Downloadgeschwindigkeit hängt jedoch auch vom Endgerät ab.
  • Höhere Kapazitäten: Mit 5G können größere Datenmengen übertragen werden und gleichzeitig viel mehr Geräte gleichzeitig versorgt werden.
  • Reaktionszeiten: 5G ermöglicht eine maßgebliche Verkürzung der Latenzzeit. Diese gibt die Zeitspanne an, in der die Aktivität eines Endgeräts eine Reaktion auf dem Empfangsgerät auslöst. Im durchschnittlichen LTE Netz liegt die Latenzzeit bei rund 50 Millisekunden und könnte mit dem 5G Netz auf circa drei Millisekunden reduziert werden. Extrem kurze Latenzzeiten spielen zwar beim Versenden einer Nachricht keine allzu große Rolle, werden jedoch zum Beispiel bei Virtual Reality oder in der Industrie sehr relevant.

Relevanz

Die Digitalisierung stellt immer höhere Ansprüche an die IT-Infrastruktur. In vielen Bereichen wie etwa Großveranstaltungen, bei denen viele Menschen gleichzeitig auf ein Netz zugreifen möchten, kommt das 4G Netz an seine Grenzen. Anhand der folgenden Beispiele führen wir Ihnen die Relevanz des 5G Netzes vor Augen.

Internet der Dinge

RoboterTrotz weitestgehender Vernetzung unseres Lebens mit dem Internet und dem steigenden Innovationsgrad der Industrie, nutzen die meisten Menschen nur einen Bruchteil dessen, was das Internet der Dinge zu bieten hat. Das Internet der Dinge, also die breite Vernetzung zwischen Geräten und Maschinen des täglichen Lebens, könnte uns im Bereich von Artificial Intelligence, Virtual Reality und Co. noch weit mehr bieten. Durch die extrem kurzen Latenzzeiten von circa drei Millisekunden, wäre es möglich, Roboter in Echtzeit zu steuern oder Produktionsdaten ohne jegliche Verzögerung von Maschine zu Maschine weiterzugeben.

 

Mobilität und Logistik

Zug am BahngleisIm Bereich der Mobilität und Logistik soll vor allem eine größere Vernetzung des Straßenverkehrs ermöglicht werden, um die Sicherheit und Effizienz auf den Straßen zu steigern. Durch intelligente Ampelschaltungen und Verkehrsmeldungen in Echtzeit, welche automatisch ans Fahrzeug kommuniziert werden, könnten Staus vermieden und damit viele wichtige Ressourcen gespart werden. Ein öffentlicher Transport, welcher sich auf den momentanen Bedarf blitzschnell anpasst, würde nicht nur den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen, sondern tausende Tonnen CO2 einsparen.

 

Gesundheit

Krankenwagen im EinsatzSo genannte „Intelligente Rettungswagen“ ermöglichen die Übermittlung von Echtzeitdaten über den gesundheitlichen Zustand von Notfallpatienten an das Krankenhaus, denn je früher möglichst viele Informationen an das zuständige Personal gelangen, desto besser kann es sich darauf vorbereiten. Virtuelle Sprechstunden und Ferndiagnosen könnten im Jahr mehrere Milliarden Euro Behandlungskosten einsparen. Doch der wichtigste Punkt: 5G könnte den aktuellen medizinischen Stand weltweit zugänglich machen. So hat Telefónica in Málaga (Spanien) auf Basis von 5G ein Assistenzsystem installiert, mit dem so genannte „Remote Surgery“ möglich ist. Das bedeutet, Ärzte aus aller Welt können Operationen per Virtual Reality und Video unterstützen.

 

Energieversorgung

WindräderDurch den 5G Ausbau wäre es möglich, eine intelligente Energieversorgung zu erzeugen. Auch im Bereich von Smart Homes können Echtzeitdaten zu einer massiven Einsparung von Energie und anderen Ressourcen wie zum Beispiel Wasser beitragen. Ungenutzte Räume würden dann weder beleuchtet noch beheizt werden und Entertainment nur bei tatsächlichem Bedarf in Betrieb sein. Auch im Bereich der grünen Energie, also Wind- und Solarenergie, bedarf es einer Vernetzung. Im Vergleich zu großen Kraftwerken sind diese im ganzen Land in viel kleineren Elementen verteilt, was die Steuerung erheblich schwerer macht.

Kritik

Nicht ohne Grund gibt es trotz der Vorteile des 5G Ausbaus scharfe Kritik. Denn wozu noch mehr Energie verbrauchen, wenn sie eh schon knapp ist?

Erhöhter Energieverbrauch von 5G

Demnach kann allein 5G den ohnehin stark wachsenden Strombedarf in Rechenzentren um bis zu 3,8 Terawattstunden bis zum Jahr 2025 zusätzlich erhöhen. Das wäre genug Strom, um alle 2,5 Millionen Menschen der Städte Köln, Düsseldorf und Dortmund ein Jahr lang zu versorgen. 1

Nicht nur, dass ein intelligentes Energienetz ohne 5G nicht möglich ist, der 5G Ausbau bedingt die Vernetzung und macht es absolut notwendig.

Höhere Frequenz und geringere Reichweite

Das Mobilfunknetz kam bisher mit Frequenzen von weniger als 2,6 Gigaherz (GHz) aus. Mit 5G käme es zu einem Anstieg von mindestens 2 aber bis zu 60 GHz. Doch bei einem Anstieg der Frequenz verringert sich gleichzeitig die Reichweite. Der 5G-Ausbau benötigt viel mehr Sendemasten als bisher, um auch alle Gebiete abdecken zu können. Hinzu kommt, dass der chinesische Technologiekonzern Huawei den bislang größten Hersteller für die 5G-Technologie darstellt. Es besteht jedoch der Verdacht, dass Huawei mit dem chinesischen Geheimdienst zusammenarbeitet.

Weitere Kritikpunkte

Wie jede große Veränderung, ist auch der 5G-Ausbau mit enormen Kosten verbunden. Die Vergabe der Lizenzen in Österreich brachte dem Staat jedoch rund 188 Millionen Euro ein.

Auch was die Gesundheit betrifft, ist nicht ganz klar, welche Auswirkungen das 5G Netz genau haben könnte. Es gibt jedoch Studien, welche darauf hinweisen, dass Frequenzen von 30kHz bis 300 GHz möglicherweise krebserregend sind, dies würde dann jedoch sämtliche drahtlose Geräte betreffen.

Fazit

Der 5G Ausbau in Österreich ist besonders für die Betriebe ein enormer Faktor, um in Zukunft gegenüber dem asiatischen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Je vernetzter die Welt ist, desto schneller entwickeln sich neue Technologien und gerade dann ist es wichtig, die notwendige Infrastruktur bereit zu stellen. Jedoch dürfen beispielsweise gesundheitliche Faktoren keinesfalls außer Acht gelassen werden und es ist eine gründliche Überprüfung der einflussnehmenden Faktoren notwendig, bevor ein flächenübergreifender Ausbau stattfindet.

Erstellt am: 2020-08-24 16:40 Uhr

 

Quellen:

1 Studie E.ON

2 Handelsblatt: Warum die Energiewende ohne 5G nicht funktioniert

3 Telefónica: 5G im Gesundheitswesen

4 Magenta: 5G

5 Tagesschau: Gefahren von 5G 

 

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